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Matthias Beckmann | Nadine Fecht | Jörn Gerstenberg | Claas Gutsche | Philipp Hennevogl | Werner Kernebeck | Thomas Kilpper | Anett Lau | Carla Mecedes-Hihn | Kazuki Nakahara | Majla Zeneli
Ausstellung vom 15. April bis 10. Juni 2012
Eröffnung am 15. April 2012 | 12.00 Uhr
Die Ausstellung gibt einen Überblick über die Verwendung druckgrafischer Techniken - vom Mezzotinto über die Radierung, den Linolschnitt bis hin zum Scherenschnitt und der fotografischen Vorlage.
Matthias Beckmann zeigt in seinen streng linearen Radierungen auf den ersten Blick
willkürlich erscheinende Realitätsausschnitte. Sich ergänzend, wie in der Serie „Jazz im
Yorckschlösschen“, ergibt sich ein Porträt des jeweiligen Ortes oder der Situation.
Carla Mercedes Hihn bearbeitet Berliner Altbaufenster mit einer Mischtechnik aus
Fotografischer Folie und freier Grafik und schafft dabei Erinnerungsbilder von Orten die sie
bereist hat. Auf den frei hängenden Objekten verbinden sich Fragmente von Großstädten
und Landschaften mit organischen und räumlichen Strukturen.
Werner Kernebecks Arbeiten, die spielerisch zwischen Ornament und Kartografie
pendeln, ziehen den Betrachter über die scheinbar lesbaren Oberflächen in die Tiefe des
Raumes. Wir entdecken ornamentale Strukturen, die an indische Mantras erinnern und die
sich netzartig über real anmutende Straßenzüge topografischer Karten hinziehen.
Jörn Gerstenberg seziert in seinen Drucken öffentliche Gebäude. Seine
Architekturdarstellungen unterziehen die Motive einer radikalen Entleerung. Die
minimalistischen PVC-Drucke der Serie LEVEL schälen die Innenräume von Parkhäusern
aus dem schwarzen Bildgrund. Die Linolschnittserie START erschafft eine imaginäre
Architektur, während die Arbeit INSTINKT exotische Phantasien ad absurdum führt.
Claas Gutsches Linolschnitte wie „Hunger“ oder „Entrance“ zeigen Motive, deren Idyll
trügt und in denen der Betrachter die menschliche Figur vergeblich suchen wird. Seine
Bildwelten beschreiben vielschichtig und sensibel Grenzgebiete des menschlichen Seins.
Anett Laus Thema ist das 'Muster' an sich. Experimentelle Versuchsanordnungen lassen
die Ornamente von der Wand fallen und erlauben den Mustern in ihren Scherenschnitten ein
neuartiges Eigenleben.
Kazuki Nakahara setzt in seinen Metall Drucken „ancient story“ die Formen und Flächen
so zueinander, dass sie als eigenständige Zeichen verstanden werden können. Mit selbst
geschnittenen Druckplatten experimentierend wandelt er Grundformen der chinesischen
Orakel-Schriftzeichen in seine eigenen Schriftzeichen um.
Majla Zeneli arbeitet mit Mezzotinto, einer traditionellen Technik der Schabkunst und
erweitert durch ihre vielseitigen Experimente die technischen Möglichkeiten dieser
zeitintensiven und heute eher selten angewandten Kunst, die dem Betrachter in ihren
Arbeiten ein reiches Spektrum der Schönheit des Lichtes vom Dunkeln zum Hellen eröffnet.
Philipp Hennevogl zeigt den täglichen Schrott der Großstadt. In der „Haufen“-Serie
portärtiert er Alltagsstrukturen; Ordnung und Chaos werden zum bildfüllenden Muster und
wachsen optisch ins Dreidimensionale. Er schneidet mit höchst unzeitgemäßem zeitlichen
Aufwand, das fotografische Abbild fokussierend, linear verdichtend, rhythmisierend, mit
größter Akribie in die Linoliumplatte.
Nadine Fechts Arbeit bewegt sich im Spannungsfeld von Konzept und Zeichnung. Die
wandfüllende Arbeit "Wald" berührt den Grenzbereich zur Druckgrafik insofern, als dass sich
auf einem großformatigen Papier der Abrieb von Kohlepapierbögen und das zum Raster
montierte Kohlepapier selber spiegelbildlich gegenüberstehen.
Thomas Kilpper entwickelt in seinen Linoldrucken auf Stoffbahnen, von der Historizität
des jeweiligen Ortes ausgehend, über seine Bildzitate ein Mosaik, ein subjektives Bild der
Geschichte. Das Linoleum erlaubt ihm, detailfreudig verschiedene Grauwerte zu erzeugen
und faszinierende Porträts zu schneiden.