Aktuelle Ausstellungen

CRACK*
Ausstellung in Zusammenarbeit mit dem Masterstudiengang Sound Studies Udk Berlin
Ausstellung vom 18. Juli 2010 bis 16. Januar 2011
Eröffnung 16. Juli 2010 | 19 Uhr

30 internationale Masterstudiengänger zeigen ab dem 16. Juli 2010 ihre visuellen und akustischen Interventionen in die Klangumgebung des Fehrbelliner Platzes im Berliner Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf. CRACK* ist eine Ausstellung, die in Zusammenarbeit mit dem Masterstudiengang Sound Studies der Udk Berlin in den Räumen der Kommunalen Galerie Berlin sowie im Außenbereich am Hohenzollerndamm zu sehen und in jedem Fall unbedingt zu hören ist. Mit Installationen und Hörstücken holen die Künstler den Klang des Stadtraums ins Bewusstsein zurück. Dabei brechen sie immer wieder mit der Alltagswahrnehmung der Anwohner, Werktätigen und Besucher.

Die entstandenen künstlerischen Forschungsarbeiten zum Berliner Stadtklang provozieren den Betrachter, bzw. den Zuhörer in seiner Nichtwahrnehmung der ihn täglich am innerstädtischen Verkehrsknotenpunkt Hohenzollerndamm/Brandenburgische Straße/Fehrbelliner Platz umgebenden akustischen Reize. „Wir sind gespannt auf die Reaktionen der Anwohner, Besucher, Betrachter und Zuhörer.“, sagt Prof. Sam Auinger, der die Künstler bei der Umsetzung ihrer Projekte begleitet hat.

Im Innenbereich der Kommunalen Galerie Berlin sind vor allem Hörstücke wahrzunehmen, die sich auf unterschiedliche Weise mit dem Leben rund um den Fehrbelliner Platz auseinandersetzen. Auch im Außenbereich präsentieren die Masterabsolventen ein breites Spektrum künstlerischer Reflexionen.

So werden die stadteinwärts fahrenden Autofahrer durch einen an der Stirnseite des Verwaltungsgebäudes Hohenzollerndamm 174 – 177 angebrachten Satz zum Nachdenken eingeladen. „Now I can hear you from far away“, verspricht der Künstler Marco Montiel-Soto aus Venezuela. Doch was kann er von uns hören? Und wie löst sich der Widerspruch von Zeit und Raum wieder auf? Die dazugehörige Postkarte, die der Interessierte in der Kommunalen Galerie Berlin erhält, verspricht eine nicht weniger provozierende Antwort.

Der japanische Künstler Daisuke Ishida zeigt eine Laserinstallation, die ebenfalls auf den vorbeifahrenden Autoverkehr reagiert. „Another Facade“ macht die Stille des Hohenzollerndamms bei Nacht sichtbar. Dabei werden die Autofahrer interaktiv miteinbezogen. Immer dann, wenn der akustische Schwellenwert durch vorbeifahrende Autos überstiegen und damit die Stille durchbrochen wird, verlischt das Licht und damit die im Auto „unhörbare“ Stille.

Eine Bank lädt die Vorbeigehenden ein, sich am Eingang der Kommunalen Galerie Berlin, direkt am Hohenzollerndamm 176, hinzusetzen. Doch wer möchte sich schon an eine vierspurige Verkehrsstraße setzen? Ein Automat, den die amerikanische Künstlerin Elen Flügge in ihrer Installation „hear here“ gleich neben die Bank gestellt hat, bietet dem irritierten Besucher, dass, was er hier sonst eher nicht finden kann: Ruhe. Er kann sich aus dem Automaten Ohrstöpsel ziehen.

 

TXOKOs Drunk With Bliss

Englisch "Drunk With Bliss" bedeutet wonnetrunken. Die Installation TXOKOs Drunk With Bliss von Anne-Kathrin Pheline Binz ist eine real-time Klang-Installation, die Geräusche aus dem öffentlichen Raum verwendet, um sie mit verschiedenen Audio-Samplen zu einem atmosphärischen Musikstück zu verbinden. Welche Samples wann erklingen, entscheidet das Geräuschmuster der Straße und der Passanten. Sie spielen TXOKOs Drunk With Bliss „unbewusst“, wie Wind ein Glockenspiel auf einer Veranda.

Die Klänge von TXOKOs Drunk With Bliss sind nicht laut und verdecken die natürlich vorkommenden Geräusche im urbanen Raum nicht. Viel mehr reichert die Installation die Geräusche der Straße mit korrespondierenden Frequenzen an. Die Passanten, die sich in Reichweite der Installation aufhalten, hören die hinzugefügten Klänge, wie ein Instrument, das zu spielen beginnt.

TXOKOs Drunk With Bliss verschönert nicht, es verdeckt nicht und es veredelt auch nicht. Vielemehr zeigt die Installation, wie eine programmierte Maschine mit der Umwelt ad hoc eine Komposition kreieren kann.

Die Fassade des Gebäudes der Kommunale Galerie Berlin, in dem auch das Bürgeramt Charlottenburg ist, antwortet dem Straßenlärm mit einem sphärischen Echo, das aus computergenerierten und realen Sounds sowie aus Stimmsamples der Künstlerin besteht und abhängig von der Beschaffenheit des Straßenklangs immer wieder neu gemixt wird.

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Hohenzollerdamm 174 - 177, 2010, Fotomontage

 

CRACK* Werktitel

Installationen:

Alois Späth (Deutschland), Harald Christ (Deutschland)
Rastplatz

Daisuke Ishida (Japan)
Another Facade

Danny Schwohl (Deutschland)
Wellenfahren

Elen Flügge (USA)
hear here

Elen Flügge (USA)
White Chair Project

Johannes Steininger (Österreich)
Fassade Inflatable Sculpture / BERLINI WALL

Marco Montiel-Soto (Venezuela)
Now i can hear you from far away and sounds like a voice in my head

Olga Ulkova (Russland)
Luftdruck

Ann-Katrin Pheline Binz (Deutschland)
Drunken With Bliss


Hörstücke:

Abel Korinsky (Deutschland)
Bunker - HERZaterien

Anselm Venezian Nehls (Deutschland)
pilot

Bernhard Rietbrock (Deutschland)
der fehrbelliner platz - geschichte ohne leben

Carlo Korinsky (Deutschland)
Bunker - Elektronisches Ich

Carl Peter Schilde (Deutschland)
umkehrorte

Daniela Schmidlin (Schweiz)
Bunker - Panikattacke

Felicitas Heck (Deutschland)
Pflasterstrand

Ina Otzko (Norwegen)
No.1 - Fehrbelliner Platz

Johannes Kiersch (Deutschland)
MEMENTUM

Jose Garcia Soler (Spanien)
virtuelle satire

Kirill Stoll (Kasachstan), Rachel Mercedes Bühlmann (Schweiz)
bsrrr

Marc Hönninger (Peru)
Fehrbelliner Kreuzung Symphony

Marcello Lussana (Italien), Marius Braun (Deutschland) Fehrbelliner Platz - Eine intersubjektive Kommunikation

Mario Rogowski (Deutschland)
Neulich am Imbiss

Mario de Vega (Mexiko)
Location

Michael Hauschke (Deutschland)
KiezSafari

Nils Micheli (Deutschland)
Puls: Studie

Roni Kaplan (Israel)
Post-Ideological Sequence

Sebastian Schäfer (Deutschland)
Fehrbelliner Cuts

Georg Seibert
Skulpturen
Ausstellung 13. Juni bis 1. August 2010
Eröffnung 11. Juni 2010 | 19 Uhr
Exkursion
zum Skulpturenhain vor Marleben (Wendland) mit Führung durch den Künstler am 10. Juli 2010 (Anmeldung unter 030 | 9029 16704)
Das Haus ist das zentrale Thema im Werk von Georg Seibert, geb. 1939, der seit 1986 als freischaffender Künstler in Berlin lebt und arbeitet. In seinen Stahlskulpturen hat er zahlreichen Erscheinungsformen des Hauses entwickelt, von einer überaus symbolträchtigen Formensprache begleitet: „Das Haus ist unsere zweite Haut“, so Seibert. Er fertigt Stahlbausätze von hoher kreativer Energie, die sich variabel anordnen lassen – in gegenständlicher oder abstrakter Formation.

Aus der abstrakten Formensprache seiner Bausätze hat Seibert neben der bildhauerischen Arbeit ein eigenständiges Bildwerk auf Leinwand, Folien und Stahlplatten aufgebaut, die sog. „Rostbilder“. Sie dokumentieren – in farbiger Fassung oder als bearbeitete Stahlplatte - das hohe Potential der Stahlbausätze, angefangen von der architektonischen Konstruktion bis zu freien Komposition.

Am 10. Juli 2010 wird im Rahmen der Ausstellung eine ganztägige Exkursion zum Skulpturenhain vor Marleben (Wendland) mit Führung durch den Künstler stattfinden (Anmeldung unter 030 | 9029 16704).
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Georg Seibert: Stahlbausatz 'Tempel', 1984

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Georg Seibert: Das Haus des Daidalos, 1996/97