Rathausgalerie im Rathaus Charlottenburg, Otto-Suhr-Allee 100, 10585 Berlin

Der Kommunismus in seinem Zeitalter

Pressefoto Bundesstiftung Aufarbeitung / picture-alliance / akg-images

Eine Ausstellung von Gerd Koenen, herausgegeben von der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur und dem Deutschen Historischen Museum

Öffnungszeiten: montags bis freitags von 8 bis 18 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Ausstellung vom 6.12.2018 bis 6.1.2019

Eröffnung am Mittwoch, 5.12.2018, 19 Uhr

Begrüßung
Heike Schmitt-Schmelz, Bezirksstadträtin

2017 jährte sich die Oktoberrevolution zum 100. Mal. Aus diesem Anlass beschreibt die Ausstellung „Der Kommunismus in seinem Zeitalter“ den Aufstieg und Niedergang der kommunistischen Bewegungen. Diese waren im 20. Jahrhundert dazu angetreten, nicht nur die Welt, sondern auch die Menschen grundlegend zu verändern. Ihr totalitärer Anspruch mobilisierte rund um den Globus Millionen und entwickelte sich zum Albtraum von Abermillionen, die Opfer kommunistischer Gewaltregime wurden.

Die Ausstellung „Der Kommunismus in seinem Zeitalter“ umfasst 25 Tafeln mit über 200 zeithistorischen Fotos, Dokumenten sowie QR-Codes, die mit Filmdokumenten im Internet verlinkt sind.

Im Februar 1917 begann mit dem Sturz des Zaren die Russische Revolution. Die Hoffnung auf eine Demokratisierung Russlands sollte sich nicht erfüllen. Im Oktober 1917 griffen die Bolschewiki unter der Führung Lenins in Petrograd, dem heutigen Sankt Petersburg, nach der Macht. Ihr zur Oktoberrevolution mystifizierter Putsch war die Geburtsstunde des Kommunismus, der zur größten und tiefgreifendsten Massenbewegung des 20. Jahrhunderts wurde. In der ganzen Welt entstanden Parteien, die als Teil der „Kommunistischen Internationale“ von ihren Mitgliedern totale Hingabe und absolute Disziplin verlangten. Sobald eine kommunistische Partei die Macht errungen hatte, mussten sich alle Bürgerinnen und Bürger ihrem Regime aktiv unterordnen.

Dieser gewaltsam durchgesetzte totalitäre Anspruch auf die Gestaltung aller Lebensbereiche hat zahllose Existenzen zerstört und Abermillionen Menschenleben vernichtet. Und er hat immense geistige sowie soziale Verwüstungen hinterlassen. Zugleich aber konnten die Kommunisten in ihren Hochzeiten einen erstaunlichen Enthusiasmus sowie intellektuelle und künstlerische Energien mobilisieren – bis die permanenten Überspannungen in Erschöpfung, Passivität, Zynismus oder Dissidenz mündeten.

Trotz dieser Entwicklung kam der jähe Kollaps des „Sozialistischen Lagers“ und der UdSSR nach 1989 unerwartet – ebenso unerwartet wie der Aufschwung Chinas unter der ungebrochenen Diktatur der Kommunistischen Partei. Beides lässt die historische „Karriere“ des Weltkommunismus seit 1917 umso erklärungsbedürftiger erscheinen.

Die Ausstellung „Der Kommunismus in seinem Zeitalter“ ist damit das ideale Medium, um in Schulen und an öffentlichen Orten zur Auseinandersetzung mit dem Kommunismus und seinen Diktaturen einzuladen, die in der historischen Bildungsarbeit bislang zu wenig Aufmerksamkeit finden. Die Schau steht seit März 2017 als Poster-Set im Format DIN A1 für die Bildungsarbeit zur Verfügung und kann bestellt werden.

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