Hiersein, Being Here, להיות כאן

Gruppenausstellung anlässlich des Festjahres
1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland
kuratiert von Birgit Szepanski

Filzstift, Seite eines Arabisch und Englisch-Wörterbuchs, Secondhand-Bilderrahmen
Paula Elion, Israel 1976, 2019, Filzstift, Seite eines Arabisch und Englisch-Wörterbuchs, Secondhand-Bilderrahmen

Festjahr 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland - #JLID2021

Paula Elion
Michal Fuchs
Olaf Kühnemann
Atalya Laufer
Elke Renate Steiner
Heike Steinweg
Birgit Szepanski

Ausstellung
5. September bis 21. November 2021

Eröffnung der Ausstellung am Sonntag, 5.September 2021, 12 Uhr draußen vor der Galerie
Grußwort: Eva Lezzi, Autorin
Einführung: Birgit Szepanski, Kuratorin der Ausstellung und Künstlerin

Die Ausstellung Hiersein, Being Here, זיי דא möchte einem breiten Publikum zeitgenössische Perspektiven auf das deutsch-jüdische Stadtleben zugänglich machen. Sieben zeitgenössische Künstler*innen präsentieren mit Zeichnung, Malerei, Fotografie, Konzeptkunst und Comic ihre individuellen und kritischen Sichtweisen auf Familie, Herkunftsorte, Identitäten und die jüdische und deutsche Geschichte. Die inhaltliche Vielfalt spiegelt sich in der Spannbreite der künstlerischen Medien wider.

Ein Schwerpunkt der Ausstellung ist, eine lebendige, kulturelle Pluralität in Bezug zum Stadtleben und Begegnungen in der Stadt zu präsentieren. Berlin ist eine Stadt, die von Zuwanderung lebt und lebte. Für Künstler*innen ist Berlin aufgrund seiner offenen Struktur und Wandelbarkeit Lebens- und Arbeitsort geworden, dies zeigen auch Künstler*innen mit jüdischen Wurzeln, die nach dem Holocaust als sogenannte dritte Generation in Berlin leben. Die Reflexion und das Interesse an jüdischer Kultur teilen sie sich mit deutschen Künstler*innen, die sich in ihren Kunstwerken mit Erinnerung und Geschichte des nationalsozialistischen Deutschlands auseinandersetzen. Die Ausstellung gibt Einblicke in diese Auseinandersetzungen und thematische Vernetzungen: Wer blickt wie auf die Geschichte Deutschlands? Welche Perspektiven entstehen durch Künstler*innen, die aus Israel und anderen Ländern nach Berlin zogen? Wie setzen sie sich mit der jüdischen und deutschen Kultur auseinander? Wie gehen Künstler*innen mit deutscher Herkunft mit dem Gedenken in der Stadt um?

Hiersein, Being Here, זיי דא vermittelt, neben einem (neuen) Selbstverständnis in Deutschland und Berlin zu leben, auch andere Bedeutungsebenen: Die Fragilität einer kulturellen Identität und die Brüche und Reflexionen der jüdischen und deutschen Geschichte. Die Künstler*innen stellen sich dieser Spannung und Reflexion und lassen die Besucher*innen daran teilhaben. Sich in der Gegenwart zu verorten ist zugleich eine Herausforderung und Einladung. 

Die Kunstwerke von Olaf Kühnemann (Installation, Malerei, Zeichnung), Michal Fuchs (Zeichnung, Artists Book), Paula Elion (Malerei, Zeichnung, Objekte), Atalya Laufer (Zeichnung, Objekte), Elke Renate Steiner (Comic/Bücher), Heike Steinweg (Fotografie) und Birgit Szepanski (Installation, Objekte, Artists Book) und ihre Zusammenstellung gibt den Besucher*innen der Ausstellung Hiersein, Being Here, זיי דא inhaltliche, kritische und ästhetische Anstöße, über jüdisches und deutsches Leben und Kultur in Berlin nachzudenken. Die Kunstwerke stimulieren durch ihre handwerkliche Machart und Medienvielfalt die sinnliche Wahrnehmung und eröffnen dadurch einen weiteren Zugang. Die Idee des Sich-Begegnens in der Stadt und der damit verbundene, pluralistische Gedanke wird in der Ausstellungshängung nachvollzogen.

Zur Ausstellung wird ein vielfältiges Bildungs- und Vermittlungsprogramm von der Kommunalen Galerie Berlin angeboten.

Weitere Informationen zum Festjahr 1700 Jahre Jüdisches Leben in Deutschland hier: #2021JLID

Logo
Heike Steinweg, Open History, 2015, Naama Ityel, C-Print
Kaktus aus Aluminium , von der Decke hängend, von Michal Fuchs
Michal Fuchs, Kaktus, Detail aus der Installation »Von dem Land hinab zu gehen«, 2020, Installation, Aluminiumguss, Drähte, Wasser, Infusions-Equipment, ca. 100 cm hoch und Durchmesser ca. 70 cm, Fotografin: Katharina Gahlert
Frau mit schwarzer Jacke in der Schönhauser Allee
Birgit Szepanski, Helene Nathan Verlag, Fotografische Serie mit einem textilen Objekt
Schönhauser Allee, Berlin-Pankow, mit Carleen Coulter, 2018, Schwarze Jacke mit Applikationen aus Kaugummi
Elke Renate Steiner, Regina Jonas - Woman Rabbi, Veröffentlicht in Habitus: A Diaspora Journal, 2011
Olaf Kühnemann, Bicycle Temple, 2018-2019,
Installationsansicht Haifa Museum of Art, Israel
Foto: Stas Korlov
Atalya Laufer, Ohne Titel aus der Serie Yaakov, 2015, Buntstift auf farbigen Digitalfotografien,
42,0 cm x 59,4 cm

About the exhibition
The exhibition
Hiersein, Being Here, זיי דא aims to make contemporary perspectives on German-Jewish urban life accessible to a broad audience. Seven contemporary artists use drawing, painting, photography, conceptual art and comics to present their individual and critical perspectives on family, places of origin, identities and Jewish and German history. The diversity of content is mirrored by the range of artistic media.

One focus of the exhibition is to present a lively, cultural plurality in relation to urban life and encounters in the city. Berlin is a city that lives and has lived on immigration. For artists, Berlin has become a place to live and work due to its open structure and changeability. This can be seen also in the artists with Jewish roots who now live in Berlin as the so-called third generation following the Holocaust. They share the reflection on and interest in Jewish culture with German artists who deal with the memory and history of National Socialist Germany in their artworks. The exhibition provides insights into these examinations and thematic networks: Who looks at Germany's history and how? What perspectives are created by artists who moved to Berlin from Israel and other countries? How do they engage with Jewish and German culture? How do artists of German origin deal with commemoration in the city?

Hiersein, Being Here, זיי דא conveys, besides a (new) self-conception of living in Germany and Berlin, other levels of meaning related to the fragility of one’s cultural identity and the fractures and reflections of Jewish and German history. The artists confront this tension and reflection and let the visitors participate in it; to locate oneself in the present is both invitation and challenge. 

Artists
The artworks by Olaf Kühnemann (installation, painting, drawing), Michal Fuchs (drawing, artist’s book), Paula Elion (painting, drawing, objects), Atalya Laufer (drawing, objects), Elke Renate Steiner (comics, books), Heike Steinweg (photography) and Birgit Szepanski (installation, objects, artist’s book) and their assembly here gives visitors to the exhibition substantive, critical and aesthetic impulses with which to think about Jewish and German life and culture in Berlin. The artworks also stimulate the viewer’s sensory perception and become accessible through their craftsmanship and diversity of media. The idea of encountering one another in the city and the associated pluralistic notion becomes apparent in the way the exhibition is presented.

The exhibition is accompanied by a diverse educational and media program offered by the Kommunale Galerie Berlin.