Kraft Zeit Raum

Kunst aus dem Atelierhaus Babelsberger Str. 40/41

gestische Kohlezeichnung von Gisela Schattenburg
Gisela Schattenburg, kraft zeit raum - Diptychon 1, 2008, Technik: Reißkohle auf Fabriano, Maße: 180 x 280 cm

Gisela Schattenburg | Kohlezeichnungen
Shinji Himeno | Malerei
Chrisjo Schröder | Tuschezeichnungen
Matthias Stuchtey | Skulpturen

Ausstellung
17. November 2019 bis 19. Januar 2020

Eröffnung am Sonntag, 17. November 2019 um 12 Uhr

Begrüßung
Heike Schmitt-Schmelz | Bezirksstadträtin

Einführung
Elke von der Lieth | Kommunale Galerie Berlin

Das Atelierhaus in der Babelsberger Straße ist ein Zentrum der Produktion für zeitgenössische Kunst in Charlottenburg-Wilmersdorf. Von den dort arbeitenden Bildenden Künstler*innen hat die Kommunale Galerie Berlin vier Positionen ausgewählt, auf die sie mit dieser Ausstellung ein Schlaglicht wirft. In den unterschiedlichen Gattungen agieren die Künstler*innen mit einer beeindruckenden konsequent individuellen Sprache und Präzision:
 
Gisela Schattenburg entwirft mit großformatigen Kohlezeichnungen Kraftfelder, die eine eigene Dynamik zwischen Auflösung und Verdichtung entwickeln. Sie setzt Punkte, zieht Linien und schafft Flächen. Sie lässt dem Spiel der Elemente freien Lauf, um sie gleich wieder ihrem rhythmischen Fluss einzuordnen, losgelöst von jeder Notwendigkeit, etwas anderes darzustellen als ihre eigene Wahrnehmung.
 
Die Papierarbeiten von Chrisjo Schröder sind organische Mikrokosmen, gezeichnet mit feinsten Stiften und Tuschefedern. Es sind Zellen und Formen, die sich, von präzisen schwarzen Konturlinien umschlossen, zu Dutzenden, Hunderten, Tausenden in einem Bild sammeln.  
Sie lassen an Mikroskopaufnahmen denken, an physiologische Vorgänge, kartografische Darstellungen, aber auch an Ornamente oder die unendliche Strukturvielfalt von Steinen, Böden und Pflanzen.  
 
Matthias Stuchtey gestaltet architektonisch anmutende Objekte aus Holz oder Pappe, die an die Ästhetik der Klassischen Moderne erinnern.
Die variantenreichen, komplexen Konstruktionen versuchen jedoch keine reale Architektur darzustellen. In ihrer inneren Logik und Struktur stehen die funktionslosen Gebilde für sich und fordern dazu auf, eigene Verbindungen und Assoziationen herzustellen.
 
Shinji Himenos hat an der Leipziger Kunsthochschule und an der Wiener Akademie der Künste studiert. Die Stile der Leipziger Schule und des Wiener phantastischen Realismus verknüpft er mit der japanischen Bildtradition und dem abendländischen kunstgeschichtlichen Erbe. Nicht selten sind diese Entstehungsprozesse begleitet von schmerzlichen Auseinandersetzungen mit ganz alltäglichen, zutiefst menschlichen Ängsten. Intime surreale Assoziationen erzählen von einem tiefen Harmonie- und Glücksbedürfnis, das nicht frei von Angst- und Schreckensvisionen ist.  

Rundgang mit den Künstler*innen

Sonntag, 5. Januar 2020, 12 Uhr

Objekt aus Holzwerkstoffen und Aluminium von Matthias Stuchteyvon
Matthias Stuchtey, Schmarotzer dritter Ordnung Nr. 1, 2018, Material: Holzwerkstoffe, Aluminium, Maße: ca. 42 x 80 x 20 cm,
figurative Studie von Shinji Himeno, Technik: Acryl und Weißkreide auf Karton
Shinji Himeno, Studie zu "Der silberne Faden", 2008, Technik: Acryl und Weißkreide auf Karton, Maße: 90 x 90 cm
Foto: Galerie Schwind, © VG Bildkunst, Bonn 2019
abstrakte Tuschezeichnung auf Papier von Chrisjo Schröder
Chrisjo Schröder, Sich nie versagende Nähe, 2015, Technik: Tusche auf Papier, Maße: 100 x 65 cm