Susanne Wehland

My Eyes Are Set on Freedom

Malerei, Skulptur

Susanne Wehland, My Eyes Are Set on Freedom, Öl, Acryl, Spachtelmasse, Kies, Gips und eingeschweißtes Foto auf Leinwand, 100 x 140 cm, Fotografie: Bernd Borchardt

Ausstellung vom 13. Mai bis 15. September 2024

Eröffnung am Sonntag, 12. Mai 2024, 12 Uhr

Die Berliner Malerin und Bildhauerin Susanne Wehland stellt die menschliche Figur ins Zentrum ihrer künstlerischen Arbeit, sowohl in ihren Bildwerken als auch in den monumentalen Marmorskulpturen. Sie thematisiert in ihren Werken Konflikte, die uns gegenwärtig weltweit beschäftigen und betreffen. Ihre Arbeiten vereinen Archetypen unseres kollektiven Bewusstseins, Tabus und Geschlechterfragen. Sie gestaltet eine Bildwelt zwischen Imagination und Realität, in deren Zentrum das menschliche Dasein steht. Mit malerischen Mitteln, angereichert durch Fotomontagen und dreidimensionalen Materialcollagen, entstehen Gesellschaftsbilder zu Themen unserer Zeit.

Die Meisterschülerin, die 1973 nach dem Studium der Bildhauerei in Essen an der Folkwangschule für Gestaltung nach Berlin an die Hochschule für bildende Kunst wechselte, lebt und arbeitet heute in Berlin-Charlottenburg. Die Ausstellung erlaubt, das Gesamtwerk einer Berliner Künstlerin zu entdecken.

In den Gemälden, Bronzen und Gipsen sucht sie jenseits einer naturalistischen Abbildung nach idealisierten und künstlerisch überhöhten Bildern des Menschlichen. Dabei bewegt sich ihre Figurenauffassung zwischen Archaik, Arabeske und Abstraktion. In ihren Bildwerken wendet sie das kombinatorische Prinzip des Samplings, das Elemente aus der Kunstgeschichte, Paraphrasen des Surrealismus und Metaphern der Alltags- und Arbeitswelt mit einbezieht, immer wieder an.

Wehlands Bildwelt ist von einer leuchtend opaken Farbigkeit geprägt und zeigt Figuren in sich überlappenden Räumen und Zeiten. Ihr Stil ist geprägt von Realismus, ist aber auch von Pop Art und Comic beeinflusst. Zu den herausragenden Qualitäten der Werke von Susanne Wehland gehören die zeitlichen Ebenen, die die Künstlerin in ihren Werken aufschichtet und ein simultanes Geschehen auf der Bildfläche entstehen lässt. In der Umsetzung addieren sich Objekte, Fotografie und plastische Formen, etwa in dem Werk „My Eyes are set on Freedom“, das ihre Solidarität mit der grünen Revolution nach den Wahlen im Iran 2009 bekundet. Ihre dem Gegenständlichen verpflichteten Werke zeichnen sich durch Volumina, außergewöhnliche Formfindungen und ebenso reduzierte wie komplexe Kompositionen aus, so in der Serie der Kontinente. Die Ausstellung zeigt die Werke Asien, Afrika und Europa.

Die Meisterschülerin Susanne Wehland darf zu den Vertreterinnen der Berliner Bildhauerschule an der Wende vom 20. zum 21. Jahrhundert betrachtet werden und hat eine eigene charakteristische Formsprache entwickelt.  Größte Sorgfalt verwendet sie auf die bildhauerischen Oberflächen und arbeitet meisterlich die Charakteristika der unterschiedlichen Materialien – Bronze, Gips, Marmor- heraus. Stets hält Susanne Wehland die Koppelung von historischen Themen und weltgeschichtlichen Bezügen auch in ihren Skulpturen aufrecht.

Mit einer Reminiszenz an Berlin endet die Ausstellung – dem Triptychon „Clärchens Ballhaus“ – einem Tanz auf dem Vulkan.

Alle Fotografien: © Piotr Bialoglowicz