THIS IS NOW

Andrea Morein

„BAIT”, Papiercollage, Klebestreifen, 2015

Ausstellung vom 4. Dezember 2026 bis 28. Februar 2027

Eröffnung am Donnerstag, den 3. Dezember 2026 um 18 Uhr

In ihrer Einzelausstellung „THIS IS NOW“ setzt sich Andrea Morein mit unserer erschütterten Gegenwart auseinander und geht dabei der Frage nach, wie sich historische Erfahrungen und überwunden geglaubte gesellschaftliche Vorstellungen in sie hineinwirken. Angesichts politischer und gesellschaftlicher Entwicklungen, die vertraute Gewissheiten zunehmend infrage stellen, untersucht die Künstlerin die Brüchigkeit unserer Vorstellungen von Fortschritt und Beständigkeit. Was bedeutet es, wenn uns die Vergangenheit unvermittelt wieder einholt? Und wie verändert sich dadurch unser Blick auf die Gegenwart und die Zukunft?

Ausgangspunkt ihrer künstlerischen Auseinandersetzung sind gefundene und aufbewahrte Gegenstände, die Erinnerungen, Sehnsüchte nach einer „heilen Welt“ und vergangene Lebenswirklichkeiten in sich tragen. Indem Morein diese aus ihren ursprünglichen Zusammenhängen löst und neu arrangiert, eröffnet sie einen ambivalenten Blick auf das Verhältnis von Erinnern und Vergessen. Was einst selbstverständlich oder längst überwunden schien, kann unter veränderten gesellschaftlichen Bedingungen eine neue Bedeutung erlangen. So wird die Beschäftigung mit dem Vergangenen zugleich zu einer Befragung unserer Gegenwart.

Im Zentrum der Ausstellung steht die Rauminstallation „NO MAN'S LAND“, die Morein erstmals 2019 in Köln präsentierte. Vergilbte, von Alter und Verfall gezeichnete Schnittmuster, die die Künstlerin über zwei Jahrzehnte in einem Koffer aufbewahrte, werden zu Sinnbildern abwesender Körper und vergangener Lebenswirklichkeiten. Am Boden liegende Bündel wecken Assoziationen an Flucht und Vertreibung, an das Zurücklassen und Mitnehmen persönlicher Habseligkeiten. Papiercollagen und Textbilder ergänzen die Installation, die im Zusammenspiel mit älteren und aktuellen Arbeiten neue Bezüge zur Gegenwart eröffnet.

„THIS IS NOW“ ist keine Antwort auf die Frage des Morgens. Werden diese vom Verfall „geretteten“ Objekte in der Zukunft noch bestehen? Und werden wir? Die Frage nach der Perspektive, dem Blick nach vorn – wie kann man sie stellen? Jetzt ist die Zeit.
Andrea Morein